13Apr

Die nächste Überspannung kommt bestimmt

Überspannung mit Blitzeinwirkung

Jährlich gibt es in der Schweiz mehr als 20‘000 Hausbrände. Davon werden ca. 40 Prozent durch Blitzeinschläge verursacht.

Viele Personen sind der Meinung, dass in der Schweiz die meisten Gebäude mit einer Blitzschutzanlage ausgerüstet sind. Dies ist leider nicht der Fall. Gerade nur ca. 20 Prozent der Gebäude sind mit einer Blitzschutzanlage ausgestattet und davon sind 18 Prozent Pflichtanlagen wie zum Beispiel Bauernhöfe, Einrichtungen mit grosser Personenbelegung oder feuer- und explosionsgefährdete Anlagen. Ob ein Gebäude blitzschutzpflichtig ist entscheidet die kantonale Gebäudeversicherung im Zusammenhang mit der Eingabe des Baugesuchs.

Überspannung durch Blitzeinschlag

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Überspannung ohne Blitzeinwirkung

Bei einer Studie an über 7000 schadhaften Elektronikgeräten wurde festgestellt, dass 23 Prozent der Schäden durch Überspannung verursacht wurden.

Überspannungen werden nicht nur durch Blitzeinschläge hervorgerufen. Sie werden zum Beispiel durch Motoren, Netzumschaltungen oder Aus- und Einschaltung bei Stromunterbrüchen verursacht. Blitzeinschläge durch Gewitter treten meistens nur in den Sommermonaten und je nach Expositionsstelle auf, wobei Überspannungen in unserem Stromnetz überall und täglich auftreten. Die schädigende Wirkung ist zwar kleiner als beim Blitz, jedoch durch das kontinuierliche Auftreten kann die ausgehende Gefahr dieser Überspannung nicht vernachlässigt werden.

Überspannungsschaden an Geschirrspüler

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Auswirkungen durch Überspannungen

Einen Schaden durch Überspannung wird meistens sofern nachweisbar durch die Versicherung übernommen. Jedoch kann die Versicherung bei wiederholtem Fall Schutzmassnahmen fordern.

Ist im privaten Bereich ein Schaden durch Überspannung entstanden, ist meistens nur mit Ärger aber keinen finanziellen Konsequenzen zu rechnen. Anders sieht es im Geschäftsbereich aus. Zwar wird der materielle Schaden durch die Versicherung beglichen, ein Ausfall an elektrischen Einrichtungen und vor allem an EDV-Geräten kann jedoch zu grossen Ertragsausfällen infolge Arbeitsunterbrüche, Datenverluste etc. führen. Deshalb macht es gerade im geschäftlichen Umfeld Sinn elektrische Anlagen gegen Überspannung so weit wie möglich zu schützen. Deshalb empfehlen wir sowohl bei Neu- und Umbauten mit oder ohne Blitzschutzanlage Überspannungsableiter einzubauen.

Frühzeitige Planung ist das A und O

Wichtig bei einer Blitzschutzanlage ist die frühzeitige Planung. Da die Grundlage für die Blitzschutzanlage bereits in der Bodenplatte eingebaut wird ist es unabdingbar, dass die nötigen Handwerker bereits bei der Vorplanung einbezogen werden. Ein späteres realisieren eines Blitzschutzkonzepts ist oft leider nur mit grossem Aufwand und Kompromisslösungen möglich.

Anders sieht es bei Überspannungsableiter aus, die vor Überspannungsschäden schützen. Diese Ableiter können zum Beispiel bei einem bestehenden Gebäude nachgerüstet werden und somit kann ein guter Schutz vor netzseitigen Überspannungen erreicht werden. Bei einem Neubau muss dieses Thema jedoch im Blitzschutzkonzept von Anfang an einfliessen.

Aus diesem Grund nehmen Sie als Bauherr, Architekten oder Planer bei Ihrem Projekt am besten möglichst früh mit uns Kontakt auf. Gerne helfen wir Ihnen bei Ihrem Projekt weiter. Denn bei einer Blitzschutzanlage ist nicht nur der äussere, sondern auch der innere Blitzschutz von grosser Bedeutung.

Blitzschutzkonzept

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Übersicht Bestandteile und Zuständigkeit Blitzschutzanlage

Äusserer Blitzschutz: Fang- und Ableiter Spengler oder Spezialfirma
Erdungsanlage Elektroinstallationsfirma
Innerer Blitzschutz: Potentialausgleich Elektroinstallationsfirma
Überspannungsschutz Elektroinstallationsfirma

 

Quelle Bildmaterial: ABB limitor, Dehn+Söhne - elvatec AG, Aerni Elektro AG Archiv